„In der Zeit vom 24. bis 26. September 2025 habe ich in Hamburg an der Kombination aus ExtremWetterKongress und der Deutschen KlimaManagementTagung teilgenommen. Der Kongress fand an der HafenCity Universität statt und brachte Fachleute aus Wissenschaft, Verwaltung, Wirtschaft und Medien zusammen.
Mein Ziel war es, den aktuellen Stand der Forschung zu Extremwetter und Klimarisiken mit praktischen Ansätzen des Klimamanagements zu verbinden, Kontakte zu knüpfen und Impulse für Studium und Transfer mitzunehmen.
Der Auftakt des Kongresses bot einen kompakten Überblick zu Klimarisiken und Auswirkungen auf Deutschland. Besonders eindrücklich war die Reihe von Überblicksvorträgen und Diskussionen zur Rolle des Atlantiks für das europäische Klima, einschließlich einer Einordnung zur Atlantischen Umwälzströmung (Atlantic Meridional Overturning Circulation, AMOC) und ihren möglichen Folgen. Ein Format mit internationalen Zuschaltungen zeigte anschaulich, wie unterschiedlich Extremwetter weltweit auftritt und wie stark Verwundbarkeit und Vorsorge variieren.
Am Abend wurde der Zusammenhang zwischen Extremwetter, Energieversorgung und Sicherheitspolitik diskutiert. Eine Moderationsrunde zur Klimakommunikation fokussierte auf klare Botschaften, Zielgruppenorientierung und Verständlichkeit im öffentlichen Dialog. Prägend für die Veranstaltung war die Veröffentlichung eines gemeinsamen Klima-Aufrufs der Deutschen Meteorologischen Gesellschaft und der Deutschen Physikalischen Gesellschaft. In der begleitenden Pressekommunikation wurde hervorgehoben, dass sich die globale Erwärmung beschleunigt und die Drei-Grad-Grenze bereits um das Jahr 2050 erreicht oder sogar überschritten werden könnte, wenn nicht deutlich schneller gehandelt wird. Der Appell richtete sich ausdrücklich an Politik und Gesellschaft und setzte einen klaren Rahmen für viele Diskussionen im weiteren Verlauf des Kongresses und der Tagung.
Die anschließende KlimaManagementTagung legte den Schwerpunkt auf die Umsetzung in Städten, Gemeinden und Unternehmen. Anhand von Praxisbeispielen wurde sichtbar, wie Klimarisiken in Planungsprozesse, Bau und Betrieb einfließen und welche Rolle Datenverfügbarkeit sowie die Frage nach Zuständigkeiten und der Finanzierung spielen. Werkstattformate stellten Werkzeuge vor, die die Bewertung von Starkregen, Hitze und Sturm vereinfachen und die Kommunikation zwischen Fachabteilungen verbessern können. Der abschließende Dialog betonte die Notwendigkeit, Anpassung und Klimaschutz gleichzeitig zu beschleunigen und die Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft, Verwaltung und Wirtschaft zu vertiefen.
Für mich persönlich war die Mischung aus wissenschaftlicher Einordnung und konkreten Praxisvorschlägen besonders wertvoll. Ich nehme mit, dass Entscheidungen robuster aufgesetzt werden müssen und regelmäßige Aktualisierungen von Risikoanalysen sinnvoll sind. Datenqualität und einheitliche Warnketten sind entscheidend, damit Maßnahmen rechtzeitig greifen. Zugleich zeigte der Austausch, dass gelungene Klimakommunikation Fakten mit der Lebenswirklichkeit verbindet und dadurch Akzeptanz stärkt. Diese Eindrücke und Erkenntnisse fließen jetzt in mein Studium ein: Ich bereite eine kurze Präsentation mit den wichtigsten Punkten auf und sammle Materialien, die sich für den Einsatz in Lehrveranstaltungen eignen. Dazu gehören Beispiele für kommunales Starkregenmanagement, methodische Vergleiche bei der Bewertung von Risiken und Hinweise auf praktikable Organisationsformen für Klimaanpassung. Besonders hilfreich waren Formate, die wissenschaftliche Befunde direkt in Entscheidungssituationen übersetzten. Anhand von Szenarien wurde verdeutlicht, wie Sensitivitätsanalysen die Bandbreite möglicher Entwicklungen sichtbar machen und wie Prioritäten unter knappen Ressourcen gesetzt werden können. Fallbeispiele aus Kommunen zeigten, dass einfache Maßnahmen wie Hitzeaktionspläne, Entsiegelung an kritischen Stellen oder verbesserte Frühwarnketten bereits kurzfristig Wirkung entfalten, wenn sie klar verantwortlich verankert und regelmäßig überprüft werden. Aus methodischer Sicht war die Gegenüberstellung verschiedener Bewertungsansätze aufschlussreich.
Mein Dank gilt der Bonner Universitätsstiftung, deren Förderung den Besuch von Kongress und Tagung ermöglicht hat."
Ein Reisebericht von Mathis Jungen