31. August 2026

Mit der Bonner Universitätsstiftung in Utrecht Mit der Bonner Universitätsstiftung in Utrecht

Teilnahme an der "European Conference on Severe Storms 2025"

Hitzewellen, Dürreperioden, Starkregen, Überflutungen - Extremwetterereignisse werden weltweit zu einem immer häufiger auftretenden Phänomen, auch in Deutschland.  Auch starke Stürme mit oft verheerenden Folgen fallen in die Kategorie der „Extremwetter". Und regen Menschen an den verschiedensten Orten dieser Welt dazu an, zu diesem spannenden und vielseitigen Thema zu forschen. Ein Nachwuchswissenschaftler in diesem Bereich ist Erik Brune, Masterstudent im Fach „Physik der Erde und Atmosphäre“. Im vergangenen Jahr nahm er an der „European Conference on Severe Storms 2025" teil, die in Utrecht stattfand. Neben der Vorstellung seines eigenen Forschungsthemas, konnte er spannenden Vorträgen forschen und in den direkten Austausch mit Expert*innen aus diesem Bereich treten. Unterstützt wurde er dabei durch ein Reisekostenstipendium aus Mittel des Prof. Dr. Walther Hubatsch Stiftungsfonds. 

Erik Brune bei der Konferenz in Utrecht
Erik Brune bei der Konferenz in Utrecht © Jerome Schyns
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Vom 17. bis zum 21. November 2025 fand die "European Conference on Severe Storms" in Utrecht statt, kurz ECSS. Übersetzen lässt sich das etwa mit „Europäische Konferenz zu schwerwiegenden Unwettern“. Bei dieser Konferenz kommen alle 2 Jahre Wissenschaftler*innen, Meteorolog*innen und Personen aus den Bereichen Risikomanagement und Versicherungswesen aus aller Welt zusammen, um sich über die aktuellen Forschungsstände und alles, was mit Unwettern im europäischen Raum zu tun hat, auszutauschen.

Die Bonner Universitätsstiftung hat mir dieses Jahr ermöglicht, als Masterstudent des Studiengangs „Physik der Erde und Atmosphäre“ an der Konferenz teilzunehmen.

Gemeinsam mit zwei Kommilitonen und zwei Mitarbeitenden aus der Abteilung Meteorologie des Institutes für Geowissenschaften ging es also mit dem Zug in die Niederlande. Dort hatten wir die Chance, unsere eigene Arbeit vorzustellen und führende Forschende im Bereich Extremwetter persönlich kennenzulernen.

Fachlich wurde auf der ECSS einiges geboten: Von Montag bis Freitag fanden ab 9:00 Uhr morgens Vorträge aus den verschiedensten Bereichen statt, oft bis in die frühen Abendstunden. Wie lässt sich die Dynamik in einem Sturm erklären, der einen Tornado hervorbringt? Können wir mit Hilfe von Satellitenmessungen feststellen, wo Gewitter entstehen werden, schon bevor die erste Wolke am Himmel zu sehen ist? Verändert sich das Auftreten von großem Hagel mit dem Klimawandel? Wie können die Vorhersagen von Flutereignissen verbessert werden? Es gab zu viele interessante Beiträge, um hier einen Überblick zu schaffen, der der Vielfalt der Themen gerecht werden würde.

Das Beste an einer Konferenz wie dieser ist jedoch der Austausch mit den Vortragenden, der in den Pausen sowie bei geselligen Events wie dem gemeinsamen Dinner am Mittwoch oder der Bootstour durch die engen Grachten Utrechts möglich war. So bleibt es nicht bei dem bloßen Zeigen von PowerPoint-Folien, sondern man kann sich gezielt und viel tiefgehender unterhalten.

Neben den Vorträgen gab es Poster-Sessions, in denen Forschungsprojekte auf Postern zusammengefasst präsentiert wurden. Während der Sessions sind die Autoren anwesend, sodass man alles zu den Themen, die einen am meisten interessieren, direkt aus erster Hand erfahren kann.

Auch ich bin mit den Ergebnissen meiner Bachelorarbeit und einem Poster nach Utrecht gereist. Mein Thema war eine spezielle Signatur in Radarbildern, die vor Allem in rotierenden Gewitterzellen zu finden ist und möglicherweise helfen kann, vorherzusagen, ob ein Gewitter einen Tornado bilden wird. Das kann nämlich auch bei uns in Deutschland passieren, und zwar im Schnitt mehr als 30 mal pro Jahr.

Die Idee, diese Signatur zu nutzen, stammt von Wissenschaftler*innen aus den USA. Dort wurde auch schon viel getestet und untersucht. Ich habe diese Untersuchungen für Tornado-Fälle aus Deutschland angepasst und bin zu interessanten Ergebnissen gekommen.

Die ECSS war der perfekte Ort, um diese zu präsentieren, da dort auch viele Experten für dieses spezielle Thema anwesend waren. Darunter auch einige der erwähnten Wissenschaftler*innen aus den USA. Nun beginne ich meine Masterarbeit, die weiter auf dem Thema aufbauen soll. Daher war es für mich unheimlich wertvoll, mich mit den Leuten zu unterhalten, die sich am besten damit auskennen. So konnte ich viel Input für meine Arbeit sammeln und Kontakte zu Personen herstellen, die meine Ergebnisse mindestens genauso interessant finden wie ich selbst.

Durch den Austausch habe ich viel Zuspruch erfahren und enorme Motivation getankt, in diesem Bereich weiter zu arbeiten und zu forschen. Es war einfach etwas Besonderes, mit über 300 Menschen an einem Event teilzunehmen, die sich alle genau so für bestimmte Naturphänomene interessieren wie ich selbst. Ich war schon ein wenig traurig als es am Freitag dann Zeit war Abschied zu nehmen.   

Ein Reisebericht von Erik Brune

Jennifer Spang
Stabsstelle Stiftung und Fundraising I Bonner Universitätsstiftung
Dechenstraße 3-11
53115 Bonn

Tel.: +49 228 73-1837
E-Mail: j.spang@uni-bonn.de

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