28. August 2026

Mit der Bonner Universitätsstiftung in Glasgow Mit der Bonner Universitätsstiftung in Glasgow

Besuch der ISPOR-Konferenz Europe 2025

Anne Schröder arbeitet an ihrem Doctor of Philosophy im Fachbereich Klinische Forschung, Versorgungsforschung, Populationsforschung und Datenwissenschaften an der Medizinischen Fakultät der Universität Bonn. Im vergangenen November erhielt sie ein Reisekostenstipendium aus den Mitteln des Prof. Dr. Walther Hubatsch Stiftungsfonds, mit dem sie nach Glasgow reiste, um an der Konferenz der International Society for Pharmacoeconomics and Outcomes Resarch teilzunehmen. Wie es ihr bei ihrem ersten eigenen Vortrag auf einer internationalen Konferenz ergangen ist, welche Erfahrungen sie gesammelt hat und was sie von dieser Reise mitnehmen konnte, erzählt die Doktorandin in ihrem Reisebericht. 

Anne Schröder im vergangenen November bei der Konferenz der International Society for Pharmacoeconomics and Outcomes Resarch (ISPOR)
Anne Schröder im vergangenen November bei der Konferenz der International Society for Pharmacoeconomics and Outcomes Resarch (ISPOR) © Anne Schröder
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Im November 2025 nahm ich mit Unterstützung der Bonner Universitätsstiftung an der Konferenz der International Society for Pharmacoeconomics and Outcomes Resarch (ISPOR) in Glasgow teil – einer der weltweit führenden Konferenzen im Bereich Health Economics & Outcomes Research (HEOR). Die Förderung ermöglichte mir, die Teilnahmegebühr zu finanzieren und einen wichtigen Schritt in meiner wissenschaftlichen Laufbahn zu gehen.

ISPOR ist eine international bedeutende Fachgesellschaft, die Forschung, Lehre und Praxis in Gesundheitsökonomie, Outcomes Research und Health Technology Assessment (HTA) fördert. Sie organisiert jährlich große wissenschaftliche Konferenzen, publiziert renommierte Journale wie Value in Health und entwickelt methodische Leitlinien. Durch ihren Fokus auf evidenzbasierte Entscheidungsfindung und den Austausch zwischen Wissenschaft, Industrie, Politik und Patienten ist ISPOR besonders relevant – insbesondere vor dem Hintergrund der neuen EU-HTA-Regulierung.

Einordnung: Was ist die EU-HTA?
Die neue EU-HTA-Regulierung soll die klinische Bewertung neuer Arzneimittel in Europa harmonisieren und damit nationale Doppelarbeit reduzieren. Künftig wird das Joint Clinical Assessment (JCA) zentral auf EU-Ebene erstellt und anschließend in den nationalen Erstattungsprozessen genutzt. Nationale HTA-Behörden wie der G-BA (Deutschland), HAS (Frankreich) oder ZIN (Niederlande) greifen auf diese gemeinsame Bewertung zurück. Ziel der Regulierung ist mehr Transparenz, einheitlichere Anforderungen und langfristig ein gerechterer Zugang zu innovativen Therapien. Seit 2025 gilt sie für onkologische Arzneimittel, ab 2028 für Orphan Drugs und ab 2030 für alle neuen Arzneimittel und Medizinprodukte.

Mein Beitrag auf der Konferenz
Mein Abstract zur Umsetzung additiver PICOs im EU-HTA-Prozess wurde angenommen, sodass ich meine Forschung mit dem Poster
“Analysis of the Implementation of Additive PICOs in a European Joint Health Technology Assessment – Implications of EU-HTA for Pharma”
präsentieren durfte. Die Postersession am Montag war für mich besonders bedeutsam, da es meine erste Präsentation eigener Forschung auf einer internationalen Konferenz war.

Während der offiziellen Diskussionszeit ergaben sich zahlreiche Gespräche mit Forschenden, Industrievertreter*innen und Vertreter*innen europäischer HTA-Behörden. Das große Interesse an der neuen EU-HTA-Regulierung zeigte, wie relevant das Thema derzeit ist. Häufig diskutiert wurden Fragen wie: Welche Auswirkungen wird die Regulierung auf pharmazeutische Unternehmen haben? Und führt sie zu einem gerechteren Zugang zu neuen Therapien?

Besonders wertvoll war der Austausch mit HTA-Behörden. Eine Vertreterin betonte, dass der neue Prozess nicht nur für Unternehmen, sondern auch für Behörden zusätzliche Anforderungen bedeutet, da Evidenz früher und umfassender bewertet werden muss. Ein weiterer Diskussionspunkt war die tatsächliche Arbeitsbelastung: Weniger Doppelarbeit bedeutet nicht automatisch weniger Arbeit – stattdessen müssen viele Analysen gebündelt und deutlich früher bereitgestellt werden. 

Fachliche Impulse und persönliche Erfahrungen
Unter dem Motto “Powering Value and Access Through Patient-Centered Collaboration” bot der Kongress zahlreiche Sessions zu internationaler Zusammenarbeit, neuen Bewertungsmethoden und praktischen Herausforderungen der EU-HTA-Implementierung. Ich konnte viele methodische Impulse mitnehmen, darunter internationale Beispiele und Ansätze zur Evidenzgenerierung, die für zukünftige Evidenzgenerierung relevant sein könnten.

Die Teilnahme stärkte meine Fähigkeit, Forschungsergebnisse zu präsentieren, und erweiterte mein internationales Netzwerk. Der Austausch mit anderen Doktorand:innen zeigte eindrucksvoll die Vielfalt und Dynamik der HTA-Forschung. 

Ein Satz, der mich in dieser Woche besonders begleitet hat, lautet:
„Wer seine Forschung teilt, schafft Verbindungen, gibt Impulse für neue Ideen – und entwickelt sich dabei persönlich wie akademisch weiter.“

Die Teilnahme am ISPOR Europe 2025 war für mich eine äußerst wertvolle Erfahrung. Ich freue mich darauf, auch zukünftig Forschungsergebnisse dort einzureichen und vorzustellen. Mein besonderer Dank gilt der Bonner Universitätsstiftung für die Förderung. 

Ein Reisebericht von Anne Schröder

Willkommen
Willkommen - Die ISPOR Europe 2025 öffnet ihre Türen © Anne Schröder
Anne Schröder bei ihrer ersten Präsentation auf einer internationalen Konferenz
Anne Schröder bei ihrer ersten Präsentation auf einer internationalen Konferenz © Anne Schröder
Eine bereichernde Erfahrung
Eine bereichernde Erfahrung - Aus dem gemischten Programm bestehend aus Vorträgen, Präsentationen und Diskussionsrunden konnte die Doktorandin einiges mitnehmen © Anne Schröder

Jennifer Spang
Stabsstelle Stiftung und Fundraising I Bonner Universitätsstiftung
Dechenstraße 3-11
53115 Bonn

Tel.: +49 228 73-1837
E-Mail: j.spang@uni-bonn.de

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