Eröffnet wurde der Abend von Prorektorin für Internationales Professorin Dr. Birgit Münch, Prodekan für Internationales Professor Dr. Stefan Feuser und unserem Vorstandsvorsitzenden Professor Dr. Rainer Hüttemann. Letzterer teilte besondere Einblicke in die Entstehung des Stiftungsfonds, von denen die Anwesenden sichtlich überrascht waren. So hatte Irene Hauft-Gatermann vor ihrem Tod keinerlei Kontakt zu ihrer Erbin, der Bonner Universitätsstiftung, aufgenommen. Weshalb sich zu ihren Beweggründen für die Errichtung des Stiftungsfonds nur spekulieren ließe. Die Mittel, die Hauft-Gatermann hinterlassen habe, seien bisher jedenfalls neben den Preisgeldern für die beiden Ausgezeichneten und der Mitgestaltung der Veranstaltung in Studienstipendien sowie in eine Exkursion des Fachbereichs Alte Geschichte in die Türkei geflossen. Zudem seien daraus auch Hilfskräfte zur Durchführung des Historikertages 2025 finanziert worden. Passend zu dem Fachbereich, dem der Hauft-Gatermann-Stiftungsfonds gewidmet ist, gab Prof. Hüttemann abschließend eine historische Perspektive auf das Stiftungswesen und die Bonner Universitätsstiftung, die unter ihrem Motto „Menschen fördern, Ideen verwirklichen, Zukunft stiften“ ein Teil der beschriebenen „Stiftungsgeschichte“ sein dürfe.
Auf diese interessante Einleitung folgte die jährlich stattfindende Levison-Lecture. Dabei handelt es sich um einen historischen Fachvortrag, der an den im Nationalsozialismus antisemitisch verfolgten Bonner Mediävisten Wilhelm Levison (1876-1947) erinnert. Emeritus des Instituts für Geschichtswissenschaft Theo Kölzer referierte an diesem Abend über den Missionar Ansgar, „Apostel des Nordens“ (+865), in der geschichtswissenschaftlichen Darstellung Wilhelm Levisons. Kölzer würdigte insbesondere den Vorrang der Quellenkritik im wissenschaftlichen Vorgehen Levisons und wies darauf hin, dass kritische Standards des Faches gerade auch gegen lokal identitätsstiftende Vereinnahmungen Ansgars und die damit verbundenen Verzerrungsrisiken verteidigt werden müssen.
Schließlich ergriffen Professorin Dr. Christine Krüger und Professor Dr. Matthias Becher, die die zwei prämierten Abschlussarbeiten betreuen durften, das Wort und lobten die sorgfältige wissenschaftliche Arbeit der Preisträgerin und des Preisträgers.
Mit dem ersten Historischen Preis des Hauft-Gatermann-Stiftungsfonds ausgezeichnet wurden:
- die von Anna Carina Krebs verfasste Masterarbeit „Wiedergutmachungsprozesse im Rheinland in der frühen Bundesrepublik. Eine qualitative Analyse der Akten zu Hellenthal / Eifel (1945-1965)“
und - die von Malte John verfasste Bachelorarbeit „Ein Instrument der Medici. Die Ufficiali di notte im Kampf um die Macht in Florenz, 1432-34“
Die feierliche Übergabe der Preise durch Professor Dr. Peter Geiss, Geschäftsführender Direktor des Instituts für Geschichtswissenschaft, stellte den krönenden Abschluss des Programms dar. Im Anschluss konnten die Anwesenden die Veranstaltung bei Empfang im nahegelegenen Historischen Seminar ausklingen lassen.
Wir gratulieren Frau Krebs und Herrn John herzlich zu diesem besonderen Erfolg.
Weitere Informationen zur Biografie von Irene Hauft-Gatermann befinden sich im Jahresbericht 2024 der Bonner Universitätsstiftung.