10. September 2026

Auszeichnungen für Abschlussarbeiten im Fach Geschichtswissenschaft Auszeichnungen für Abschlussarbeiten im Fach Geschichtswissenschaft

Verleihung des Historischen Preises des Hauft-Gatermann-Stiftungsfonds

Am 10. Juni 2026 fand erstmalig die Verleihung des Historischen Preises des Hauft-Gatermann-Stiftungsfonds für herausragende Abschlussarbeiten auf dem Gebiet der Geschichtswissenschaft statt. Der Stiftungsfonds ist nach der Bonner Journalistin Irene Hauft-Gatermann benannt, die die Bonner Universitätsstiftung als Erbin einsetzte, um langfristig die Forschung und Lehre im Bereich der Geschichtswissenschaft an der Uni Bonn zu fördern. 

Ausgezeichnete Abschlussarbeiten
Ausgezeichnete Abschlussarbeiten - Malte John und Anna Carina Krebs (v.l.n.r.) freuen sich über die Anerkennung ihrer Arbeiten © Barbara Frommann/Uni Bonn
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Eröffnet wurde der Abend von Prorektorin für Internationales Professorin Dr. Birgit Münch, Prodekan für Internationales Professor Dr. Stefan Feuser und unserem Vorstandsvorsitzenden Professor Dr. Rainer Hüttemann. Letzterer teilte besondere Einblicke in die Entstehung des Stiftungsfonds, von denen die Anwesenden sichtlich überrascht waren. So hatte Irene Hauft-Gatermann vor ihrem Tod keinerlei Kontakt zu ihrer Erbin, der Bonner Universitätsstiftung, aufgenommen. Weshalb sich zu ihren Beweggründen für die Errichtung des Stiftungsfonds nur spekulieren ließe. Die Mittel, die Hauft-Gatermann hinterlassen habe, seien bisher jedenfalls neben den Preisgeldern für die beiden Ausgezeichneten und der Mitgestaltung der Veranstaltung in Studienstipendien sowie in eine Exkursion des Fachbereichs Alte Geschichte in die Türkei geflossen. Zudem seien daraus auch Hilfskräfte zur Durchführung des Historikertages 2025 finanziert worden. Passend zu dem Fachbereich, dem der Hauft-Gatermann-Stiftungsfonds gewidmet ist, gab Prof. Hüttemann abschließend eine historische Perspektive auf das Stiftungswesen und die Bonner Universitätsstiftung, die unter ihrem Motto „Menschen fördern, Ideen verwirklichen, Zukunft stiften“ ein Teil der beschriebenen „Stiftungsgeschichte“ sein dürfe. 

Auf diese interessante Einleitung folgte die jährlich stattfindende Levison-Lecture. Dabei handelt es sich um einen historischen Fachvortrag, der an den im Nationalsozialismus antisemitisch verfolgten Bonner Mediävisten Wilhelm Levison (1876-1947) erinnert. Emeritus des Instituts für Geschichtswissenschaft Theo Kölzer referierte an diesem Abend über den Missionar Ansgar, „Apostel des Nordens“ (+865), in der geschichtswissenschaftlichen Darstellung Wilhelm Levisons. Kölzer würdigte insbesondere den Vorrang der Quellenkritik im wissenschaftlichen Vorgehen Levisons und wies darauf hin, dass kritische Standards des Faches gerade auch gegen lokal identitätsstiftende Vereinnahmungen Ansgars und die damit verbundenen Verzerrungsrisiken verteidigt werden müssen.

Schließlich ergriffen Professorin Dr. Christine Krüger und Professor Dr. Matthias Becher, die die zwei prämierten Abschlussarbeiten betreuen durften, das Wort und lobten die sorgfältige wissenschaftliche Arbeit der Preisträgerin und des Preisträgers. 

Mit dem ersten Historischen Preis des Hauft-Gatermann-Stiftungsfonds ausgezeichnet wurden:

  • die von Anna Carina Krebs verfasste Masterarbeit „Wiedergutmachungsprozesse im Rheinland in der frühen Bundesrepublik. Eine qualitative Analyse der Akten zu Hellenthal / Eifel (1945-1965)“

    und

  • die von Malte John verfasste Bachelorarbeit „Ein Instrument der Medici. Die Ufficiali di notte im Kampf um die Macht in Florenz, 1432-34“ 

Die feierliche Übergabe der Preise durch Professor Dr. Peter Geiss, Geschäftsführender Direktor des Instituts für Geschichtswissenschaft, stellte den krönenden Abschluss des Programms dar. Im Anschluss konnten die Anwesenden die Veranstaltung bei Empfang im nahegelegenen Historischen Seminar ausklingen lassen. 

Wir gratulieren Frau Krebs und Herrn John herzlich zu diesem besonderen Erfolg.

Weitere Informationen zur Biografie von Irene Hauft-Gatermann befinden sich im Jahresbericht 2024 der Bonner Universitätsstiftung.

Prorektorin für Internationales Professorin Dr. Birgit Münch eröffnet die Veranstaltung
Prorektorin für Internationales Professorin Dr. Birgit Münch eröffnet die Veranstaltung © Barbara Frommann/Uni Bonn
Passend zum Veranstaltungsprogramm
Passend zum Veranstaltungsprogramm - Vorstandsvorsitzender Prof. Dr. Rainer Hüttemann gewährt nicht nur einen Einblick in die Entstehung des Stiftungsfonds, sondern berichtet auch über die historischen Hintergründe zu Stiftungen im Allgemeinen © Barbara Frommann/Uni Bonn
In Erinnerung an den Bonner Mediävisten Wilhelm Levison
In Erinnerung an den Bonner Mediävisten Wilhelm Levison - Emeritus des Instituts für Geschichtswissenschaft Theo Kölzer referierte an diesem Abend über den Missionar Ansgar, „Apostel des Nordens“ (+865), in der geschichtswissenschaftlichen Darstellung Wilhelm Levisons © Barbara Frommann/Uni Bonn
Ausklang einer gelungenen Veranstaltung
Ausklang einer gelungenen Veranstaltung - Zum Abschluss konnten die Anwesenden den Abend bei einem kleinen Empfang und angeregten Gesprächen ausklingen lassen © Barbara Frommann/Uni Bonn
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